Basel III kommt, die Umsetzung soll ab 2013 schrittweise in Kraft treten

Geld macht glücklichon März 27th, 2012No Comments

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das inzwischen allseits bekannte Basel II-Regelwerk wurde mit der Erwartung in Kraft gesetzt das weltweite Finanzsystem, das eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren der Volkswirtschaften ist, stabiler zu machen. Kaum hatte es seine volle Wirkung entfaltet, hat sich die größte, in den letzten Jahren erlebte Finanzkrise ausgebreitet wie ein Flächenbrand. Die dafür notwendigen Löschaktionen werden die nationalen Budgets noch auf Jahre belasten.

Mittels Basel III wird die Freiheit der Banken zukünftig massiv eingeschränkt und das hat Auswirkungen auf die Kreditvergabe.

Was vor knapp 24 Jahren, am 27. Oktober 1986 begann, findet heute nach mehreren Finanzkrisen mithilfe von Basel III Schritt für Schritt ein Ende: Basel III soll die Vormachtstellung des Bankensektors mit diversen Vorschriften zukünftig massiv einschränken. Die Zeiten der grenzenlosen Freiheit dürften damit endgültig vorbei sein.

Der Kern der Reform liegt in der Ausstattung der Banken mit Kernkapital, das in Zukunft in größerem Umfang aufgestockt werden muss. Das bedeutet gleichzeitig, dass Banken nicht mehr durch den Steuerzahler gerettet, sondern zur Selbsthilfe befähigt werden sollen. Im Zweifelsfall sollen sie sich mittels ihres Eigenkapitals besser gegen zukünftige Krisen absichern können.

Der Ansatz basiert auf drei Punkten, in denen das gesamte Finanzsystem als besonders angreifbar gilt.

  • Zum Ersten ist die Eigenkapitalquote bei vielen Kreditinstituten zu niedrig, um Finanzkrisen ohne größere Schäden zu überstehen.
  • Zum Zweiten weisen viele Banken im Gegenzug eine hohe Verschuldung auf, die sie bei anstehenden Verlusten schnell an den Rand des Konkurses bringen kann.
  • Zum Dritten leihen sich die Banken auch untereinander Geld, sodass ein Geldinstitut andere sehr schnell mitreißen kann, wenn es in finanzielle Probleme gerät.

Welche Konsequenzen ergeben sich für die Aufnahme von Krediten als Unternehmer?

Es geht um die Eigenkapitalausstattung (Kernkapital) der Banken und deren Zusammensetzung. Eine Verteuerung der Kredite ist somit unausweichlich und die Gefahr einer neuerlichen Kreditbremse real. Die Gestaltung der Finanzierung und der möglichen Alternativen werden in Zukunft wieder vermehrt in den Mittelpunkt der Überlegungen treten.

Die Einflussmöglichkeiten auf eine verbesserte und kostengünstige Versorgung mit Kreditmittel sind zwar gering, aber trotzdem sollte man die bestehenden Handlungsfelder bestmöglich ausschöpfen:

  • Partner ins Unternehmen aufnehmen
  • Bildung von Kooperationen bedeutet Stärkung des Unternehmens
  • Alternative Finanzierungen (Mezzaninkapital, Beteiligungsfinanzierung, etc.), die bisher ein Schattendasein geführt haben, sollten als Eigenkapitalstärkung in Anspruch genommen werden.
  • Grundvermögen im Privatbesitz oder Sonderbetriebsvermögen sollten als eigenkapitalverbessernd ins Unternehmen eingebracht werden.
  • Privatdarlehen, die oftmals Eigenkapitalcharakter haben, sollten tatsächlich als Eigenkapital eingebracht werden.

Was bedeutet Basel III für mich als Privatanleger?

Im Rahmen von Basel III müssen die Banken höhere Gewinne erwirtschaften. Diese ergeben sich auch aus den Bankgeschäften, die sie mit dem Geld der Anleger tätigen können. Durch den erhöhten Druck, Gewinne generieren zu müssen, könnte eine Tendenz entstehen, zumindest teilweise Bankgeschäfte mit besseren Renditeaussichten einzugehen, die aber auch mit einem höheren Risiko verbunden sein könnten. Dieser Effekt könnte sich auf den privaten Anleger durchschlagen.

Auf der Seite des Bundesfinanzministeriums finden Sie viele Informationen zu Basel III.

Gern stehen Ihnen auch unsere Kooperationspartner zu vertraulichen Gesprächen zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Start in die neue Woche,

Ihre Karla Vorwerk

Unternehmerkredit mit Haftungsfreistellung

Fördermittelon Mai 7th, 2011No Comments

Am 1. April startete der neue KfW-Unternehmerkredit in der Betriebsmittelvariante mit Haftungsfreistellung. Der neue Programmteil A “Fremdkapital”, nun ergänzt durch eine Betriebsmittelvariante mit optionaler 50-prozentiger Haftungsfreistellung und einer von 96% auf 100% erhöhten Auszahlungsquote, richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen sowie freiberuflich Tätige, die seit mindestens 3 Jahren am Markt aktiv sind. Die KfW übernimmt hierbei 50% des Risikos – das macht eine Zustimmung der Hausbank sehr viel wahrscheinlicher.

Unternehmen, die bereits 2 Jahre bestehen, können im Rahmen von Investitionsfinanzierungen auch weiterhin einen Kredit mit 50-prozentiger Haftungsfreistellung beantragen.

Weitere Informationen: Institut für Wirtschaftsförderung